Berufliches

Über die Professionalität der Mediation

Um die Mediation professionell anbieten zu können, bedarf es gewisser Übereinstimmungen, damit alle dasselbe meinen, wenn von der Mediation die Rede ist. Es geht nicht darum, einen weiteren Definitionsversuch zu formulieren. Vielmehr geht es um die konkrete Ausgestaltung dessen, was wir zuvor als Mediation definiert haben. Es geht um die Regeln der Kunst.

Standards der Mediation

Obwohl die Mediation ein autonomes, auf dem Konsens der Parteien aufbauendes Verfahren ist, bedarf es der Anleitung darüber, wie die Mediation abzulaufen hat, welche Prinzipien, Methoden und Tools zur Anwendung kommen sollten und woran eine qualitativ hochwertige Mediation erkennbar ist. Um ihre Regeln der Kunst zu beschreiben, haben sich die Mediatoren in Verbänden und Vereinen organisiert. Eine der wichtigsten Aufgaben dieser Vereinigungen war die Festlegung so genannter Standards der Mediation.

Standards der Mediation

Mit der Festschreibung solcher Standards wurden auch die Anforderungen an eine Ausbildung als wesentliche Voraussetzung für die Ausübung der Mediation geprägt. Ein wesentlicher Schritt in die Professionalisierung der Mediation ist getan.

Berufsverbände

Um sicher zu stellen, dass die ausgearbeiteten Standards auch eingehalten werden, übernehmen viele Vereine die Funktionen eines Berufsverbandes. Sie organisieren die Ausbildung und zertifizieren ausgebildete Mediatoren. Die Standards der jeweiligen Vereine und Verbände mögen sich in Details unterscheiden. Insgesamt befolgen sie jedoch alle die Regeln, die als Mindestanforderung im sog. code of conduct for mediators festgeschrieben sind. Sie koordinieren sich in Deutschland über den Dachverband für Mediation (DFFM). Die unter dem Dachverband verbundenen Organisationen sind:

DFFM Deutsches Forum für Mediation
BM Bundesverband Mediation
BAFM Bundesarbeitsgemeinschaft Familienmediation
BMWA Bundesverband für Mediation in Wirtschafts- und Arbeitswelt
DGM Deutsche Gesellschaft für Mediation
FMÖB Förderverein Mediation im öffentlichen Bereich
IM Integrierte Mediation e.V.
DGMW Deutsche Gesellschaft für Mediation in der Wirtschaft e.V.
FU Hagen Fernuniversität Hagen
BDDP Deutscher Diplom-Pädagogen und Diplom-Pädagoginnenverein e.V.
CfM Centrale für Mediation
DAV Arbeitsgemeinschaft Mediation im Deutschen Anwaltsverein

Mediationsgesetz

Sätestens seit der EU Richtlinie fühlte sich der Gesetzgeber gehalten, ein Gesetz über Mediation zu errichten. Auch seine Intentionen zielen darauf ab, die Mediation als ein qualifiziertes Verfahren der alternativen Streitbeilegung zu etablieren. Die Motive sind vielfältig. Natürlich geht es auch um die Entlastung der Justiz. Im Vordergrund steht jedoch die Idee, die Möglichkeiten zur Rechtsverfolgung der Bürger zu verbessern. Einzelheiten zu den gesetzlichen und rechtlichen Bedingungen der Mediation finden Sie unter dem Menüpunkt Legitimation.

Der professionelle Mediator

Aktuell gibt es ein großes Interesse an der Mediatorenausbildung. Nicht jeder, der die Ausbildung absolviert hat bietet seine Fertigkeiten professionell an. Nicht jeder der eine Ausbildung absolviert hat, ist wirklich professionell. Das macht die Auswahl für den Kunden recht schwierig. Wo und wie Sie den passenden Mediator finden, erläutern die Ausführiungen im Kapitel Mediatoren. Ein Verzeichnis der Mediatoren finden Sie im Servicebereich.

Akademisierung und Professionalisierung

Die Mediation beschreibt nicht nur den professionellen Umgang mit Konflikten. Sie ist auch eine Anleitung zum besseren und friedfertigeren Umgang miteinander. Das ist der Grund, warum viele Studenten die Mediationsausbildung absolvieren, ohne überhaupt daran zu denken, diese Dienstleistung jemals professionell auszuüben. Die Akademisierung trägt dazu bei, dass die Mediation sich als Wissenschaft etablieren könnte. Das macht Sinn, denn bisher war die wissenschaftliche Befassung mit Konflikten stets aus der jeweiligen Disziplin heraus erfolgt. Die unterschiedlichen Konflikttheorien beweisen die sich daraus ergebende abweichende Vielfalt. Die Mediation hat einen interdisziplinären Ansatz und vermag die Theorien zusammenzuführen. Die Akademisierung ist so gesehen wünschenswert. Sie ist es nicht, wenn der praktische Bezug verloren geht. Weitere Gedanken und Ausführungen zu diesen Fragen finden Sie im Beitrag: Akademisierung

Auch die Professionalisierung bedarf einer kritischen Betrachtung. Gerade weil die Mediation eine Anleitung für ein besseres Miteinander darstellt, sollte sie ein Kulturgut sein, das jedermann zusteht und das Jedermann beherrscht. Wo ist dann die Grenze zum professionellen Angebot? Ausführungen zu diesem Thema finden Sie im Beitrag: Professionalisierung.

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