Mediation

(In…)Mediation (er)leben

Haben Sie schon einmal eine Mediation miterleben können?
Können Sie sich vorstellen, dass sich streitige Parrteien mit der Hilfe eines Mediators plötzlich wieder in die Lage versetzt sehen, miteinander so zu verhandeln, ohne dass der Mediator sie berät, Vorschläge unterbreitet oder Entschedidungen trifft?

Gerne stellen wir Ihnen die verschiedenen Aspekte der Mediation einmal vor.

Wenn Sie noch gar keine Vorstellung davon haben, was Mediation ist und wie sie funktioniert, dann empfehlen wir Ihnen, zwei Filmbeiträge: einen 3 Sat TV Bericht und natürlich Magic of Mediation. Wir beginnen unsere Reise in und durch die Mediation mit dem Begrff “In…Mediation”. Wenn er bei Ihnen die Assoziation auslöst, in die Mediation einzusteigen, dann haben Sie den ersten Schritt bereits gemacht. Wir hoffen, dass wir Ihnen die “Magie der Mediation” etwas näher bringen können.

In…Mediation?

Sie sind eingeladen, in die Mediation zu kommen. Wenn der Titel diese Assoziation auslöst, ist das durchaus ge-wollt. Tatsächlich steht “In… Mediation” jedoch für die verschiedenen inter-nationalen Schreibweisen der Integrierten Mediation, wie z.B. in-tegrierte Mediation, in-tegreta Mediacija, in-tegrated Mediation. In allen Sprachen fängt “in-tegriert” mit “in” an. Danach endet die sprachliche Gemeinsamkeit jedoch.

Keineswegs ist die integrierte Mediation ein Aliud zur Mediation. Auch stellt sie die Mediation nicht in Frage. Vielmehr ist sie eine ihrer umfassendsten Anwendungen. Wer sich mit der integrierten Mediation befasst muss also zwangsläufig auch die Mediation beherrschen!

Was bedeutet Mediation?

Die Frage erscheint obsolet nachdem so viel darüber geschrieben steht und es so viele Veröffentlichungen zu diesem Thema gibt. Und dennoch ist die Frage noch immer offen. Es gibt zwar eine (oder besser gesagt: mehrere) Definition (en). Trotzdem ist die Mediation für die Einen mehr eine Frage der inneren Einstellung und für die Anderen nicht mehr als ein mehr oder weniger formalisiertes Verfahren.  Grund genug jedenfalls, dem Begriff und der Bedeutung der Mediation nachzugehen.

Was ist Mediation?

Wozu brauche ich das?

Das Interesse an Mediation wird immer größer. Grund sind überlastete Gerichte und Anwälte, ein immer komplexer und komplizierter werdendes Recht und nicht zuletzt die anspruchsvoller werdenden Streitparteien. Oft müssen die Parteien erkennen, dass auch ein Sieg über den Streit für sie keinen Gewinn bedeutet, dass ein juristisch erzwungendes Ergebnis keine Nachhaltigkeit bedingt, wenn es sich über die Interessen und Emotionen der Parteien hinwegsetzt. Jetzt wäre die Mediation das passende Verfahren. Sie geht davon aus, dass es im Streit keine Verlierer geben muss.  Sie ermöglicht es den Parteien selbst die Lösungen zu erarbeiten, die ihren Interessen jeweils am Besten entsprechen. Die Mediation ist also immer dann einschlägig, wenn es darum geht, nachhaltige Ergebnisse zu erziehlen.

Wo gibt es das?

Trotzdem ist die Nachfrage nach Mediation noch immer verhalten. Die Streitparteien sind skeptisch. Es fällt ihnen schwer zu glauben, dass sich eine kooperative Streitbewältigung gegen die Konfrontation des Gegners durchzusetzen vermag. Sie sind deshalb nicht ohne Weiteres bereit, sich für eine (reine) Mediation zu entscheiden. Für sie ist die Durchführung eines weiteren Verfahrens mit weiteren Kosten, neuen Ansprechpartnern, neuen Terminen und neuen Risiken besetzt.

Auch wollen Sie den Kontakt mit Gegner doch eigentlich vermeiden. Sie sind unsicher, ob der zusätzliche Aufwand einer Mediation wirklich weiterhelfen kann.Die integrierte Mediation kommt diesen Parteien einen Schritt entgegen. Sie führt die Mediation als eine Verfahrensweise vor, die nicht eigens “bestellt” werden muss.

Das Entgegenkommen besteht darin, dass sich die Parteien zunächst nicht für oder gegen eine Mediation zu entscheiden haben. Sie müssen sich allerdings für den Weg entscheiden, den sie für ihre Konfliktbeilegung einschlagen möchten. Bei dieser Entscheidung werden sie bereits in dem Umfeld unterstützt, in dem der Streit zu behandeln ist. Das kann im Betrieb sein, im Gerichtsverfahren, bei anwaltlichen Verhandlungen oder in der Familienberatung. Hier zeigt die Erfahrung, dass es genügt, die Parteien durch die bloße Anwendung einiger Gesprächstechniken zu einem Konsens zu bewegen. Die Anwendung von Gesprächstechniken, wie wir sie in der Mediation lernen, tragen zwar grundsätzlich dazu bei, das Verhandlungsklima zu verbessern. Sie können sich allerdings nur schwer gegen den Drang einer Konfrontation durchsetzen. Die Bereitschaft der Parteien, kooperativ zu Handeln, verlangt nach mehr.

Was ist integrierte Mediation genau?

Die Philosophie

Die integrierte Mediation geht davon aus, dass den Parteien auch dann, wenn sie sich in einem konfrontativen Verfahren befinden, der Weg in einen Konsens nicht versperrt sein darf (sollte). Das ist der Ausgangsgedanke der integrierten Mediation.Die Möglichkeiten, den Weg in eine (zum Konsens führende) Kooperation zu öffnen, sind vielfältig. Sogar in einem Gerichtsverfahren ergeben sich noch Gelegenheiten dazu. Auch hier ist ein Konsens denkbar. Das auf einen Konsens abzielende Gerichtsverfahren entspricht einem von fünf Modellen, die das Zusammenwirken von Mediation mit dem Gericht beschreiben.

Mediationsverfahren

Die Abgrenzung der Verfahren untereinander verortet die integrierte Mediation in der Verfahrenslandschaft als ein hybrides Verfahren, das die Kompetenzen der Grundlage (z.B. des Gerichtsverfahrens) ebenso verwendet wie die der Mediation. Um einen Konsens auch in Verfahren der Konfrontation zu ermöglichen, führt die integrierte Mediation mediative Komponenten Schritt für Schritt in eine zugrunde liegende Konfrontation ein. Den Parteien vermittelt sich mehr und mehr eine Vorstellung davon, ob und inwieweit ein Einvernehmen möglich und in der Lage ist, eine allseits zufriedenstellende Lösung herbeizuführen. Die Integration ist nicht nur auf die Gerichtsverfahren begrenzt. Sie kann auch in die anwaltliche Beratung, in ein betriebliches Umfeld oder in andere Streitverfahren einbezogen werden.

Mithin wird die integrierte Mediation wie folgt definiert:

Die integrierte Mediation ist ein Metaverfahren, welches die Mediation in streitige Prozesse einbezieht, um eine konsensual verhandelte Streitbeilegung zu ermöglichen.

Ein Anwendungsbeispiel ist das so genannte Altenkirchener Modell bzw. die Koblenzer Praxis

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