Es gibt eine Menge Verbände, Kammern und Organisationen, die sich mit der Mediation befassen. Vor dem Hintergrund des Mediationsgesetzes und der Zertifizierungsbefugnis der Verbände gab es etliche Auseinandersetzungen, die nicht immer mediativ abgelaufen sind. Es gibt einen Trend der Verbände zu mehr Zusammenarbeit. Das wird so wenigstens berichtet. Manche glauben, dies auch beobachten zu können. Tatsächlich und inhaltlich liegen die Verbände gar nicht weit auseinander.

Die Praxis muss jedoch beweisen ob und inweiweit sie auch in der Lage sind zu kooperieren. Der Mediation wären sie es jedenfalls schuldig. Im Moment, so ist mein Eindruck, gibt es zwei große Blöcke. Auf der einen Seite sind da die B-Verbände, auf der anderen der DFfM. Ein gemeinsames Forum für alle Mediatoren ist noch lange nicht in Sicht.

Verbandsstruktur

Die Verbände, kammern und Organisationen sind derzeit wie folgt aufgestellt:

Die B-Verbände

Das deutsche Forum

Die Mitgliedsverbände des deutschen Forums sind:

Keine Verbände aber Institute oder Hochschulen als Mitglieder des DFfM sind:

Sonstige Verbände, Kammern und Organisationen

Ein langer Weg

Es ist etwas in Bewegung. Das ist spürbar. Es gibt Anzeichen dafür, das sich die B-Verbände zusammenschließen werden. Leider versuchen die anderen verbände sich an den B-Verbänden zu orientieren. Wachstum ist angesagt und so wie es aussieht steht das Wachstum über der Vielfalt. Die Phase der Fusionen und Zusammenschlüsse ist eingeläutet. Da sind noch eine Menge politischer und organisatorischer Herausforderungen. Manche versuchen die Lücken als Nichtkonkurrenten zu schließen. Das jedenfalls ist der erklärte Anspruch der Stiftung Mediation. Ich meine, dieser Anspruch geht an der Realität vorbei. Solange wir auf dieselben Kunden zugreifen, dieselben Produkte anbieten und dieselben Themen behandeln, besteht ein Wettbewerb. Er ergibt sich schon aus dem Bedürfnis sich abgrenzen zu wollen und zu müssen. Das ist aber auch kein Problem, denn Wettbewerb belebt das Geschäft. Abgrenzung bringt Vielfalt. Problematisch ist lediglich die Art und Weise, wie dieser Wettbewerb geführt wird, wenn die Abgrenzung zu einer Ausgrenzung wird. Wenn das Bedürfnis besser zu sein nicht an Inhalten und an der Authentizität, sondern an äußeren Kriterien und Parolen gemessen wird.

Der mediative Weg

Der Trend zur Vereinheitlichung und zur Bildung großer Verbände könnte dazu führen, dass sich zwei Lager bilden. Dann könnte sich die Verbandslandschaft auf der einen Seite durch die B-Verbände und auf der anderen Seite durch das DFfM repräsentiert sein. Wünschenswert wäre es nicht, einen großen Verband zu haben, keinesfalls wünschenswert wäre es zwei konkurrierende Lager zu haben. Zur Mediation würde es am Besten passen, wenn es tatsächlich ein einheitliches Forum gäbe, in dem ein Austausch auf der Basis gegenseitigen Respektes erfolgt, wo Synergien zwar ausgeschöpft werden aber jede Organisation, jeder Verein, jeder Verband, jede Kammer, ja sogar die Behörden eine Stimme erhalten und angehört werden. Es ist eine Landschaft, in der Macht nicht weder monopolisiert noch zentralisiert wird. Hier herrscht die Vielfalt vor, ohne dass sie in einem Superverband aufgelöst wird. Ein Forum wäre der Traum mit automomen, interagierenden Einheiten, ganz im Sinne der Zivilgesellschaft.

Die Bedeutung der IM

Die Karrikatur am Anfang des Beitrages drückt eine mögliche Entwicklung aus. IM ist das kleine Häuschen in der Mitte, das bei sich und authentisch bleiben konnte. Daneben wachsen zwei Hochhäuser, modern und leistungsfähig, voll funktionstüchtig, aber wenig authentisch und individuell. In welchem Haus würden Sie lieber wohnen wollen?