Arthur Trossen ist einer der Mitbegründer der Integrierten Mediation und seit Beginn ihr Vorstandsvorsitzender. Er ist nicht nur ein hauptberuflich praktizierender Mediator, sondern auch ein geschätzter Ausbilder in Mediation, Forscher, Autor und ein international nachgefragter Experte in Fragen zur Anwendung, Ausbildung und Implementierung der Mediation.

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Wer bin ich?

Ich wurde am 2.1.1955 in Neuwied geboren. Seit 1978 bin ich mit Monika Trossen verheiratet, mit der ich bei der Anwendung und Ausbildung der Mediation zusammenarbeite. Monika ist die Geschäftsführerin der Win-Management GmbH, deren Gesellschafteranteile wir paritätisch innehalten. Zusammen haben wir drei erwachsene Kinder, zwei Töchter und einen Sohn, die als Arzt und Lehrer arbeiten.

Neben einem Jurastudium habe ich parallel Psychologie studiert. Nach dem Staatsexamen hat sich die berufliche Ausrichtung jedoch auf das Recht konzentriert. Ich war zunächst als Wirtschaftsstaatsanwalt und später als Richter am Amtsgericht und stellv. Direktor tätig. Als Richter habe ich schwerpunktmäßig Familien und Vormundschaftssachen bearbeitet.

Neben der beruflichen Tätigkeit habe ich meine Frau bei der Gründung und Führung der Soft-Use Gmbh und später der Win-Management GmbH unterstützt. Mit der Soft-Use GmbH haben wir juristische Berechnungsprogramme (Steuern, Unterhalt, Forderungseinzug, Zugewinn usw.) hergestellt ebenso wie eine elektronische Arbeitsplatzverwaltung für Juristen. Das mit zuletzt 22 Mitarbeitern ausgestattete Unternehmen ging schließlich als Tochterunternehmen in die Haufe Mediengruppe über.

Den aktiven Richterdienst habe ich etwa im Jahre 2000 verlassen. Etwa in diese Zeit fällt die Gründung der Win-Management Gmbh, die sich ausschließlich mit Produkten und Dienstleistungen rund um die Mediation befasst.

Zu erwähnen ist noch meine Tätigkeit im Ausland. Sie begann etwa im Jahre 1998 mit dem EU-Projekt „Implementierung der Mediation in Lettland“. Hier war ich etwa 2 Jahre als Experte vor Ort mit allen Fragen befasst, die die Implementierung der Mediation in einem Staat betreffen. Nach dem Aufenthalt in Lettland haben sich weitere Projektaufträge in den unterschiedlichsten Ländern angeschlossen, die stets mit Fragen der Ausbildung, Anwendung und der Implementierung der Mediation verbunden waren. So habe ich Erfahrungen mit der Mediation in einem georgrafischen Radius gewonnen, der von den Karibischen Inseln bis nach Zentralasien reicht. In vielen dieser Länder hat die Idee der Integrierten Mediation Spuren hinterlassen.

Wie ich zur Mediation gekommen bin?

Ich möchte die Frage umkehren und schildern, wie die Mediation zu mir gekommen ist. Für uns (Integrierte Mediation) ist die Mediation in erster Linie eine Art des Denkens. Mein Denken in Richtung Mediation begann unerkannt schon in der Jugend, als ich mich für Epiktet begeisterte, einem Philosophen der späten Stoa. Es ist so eine Art Denken auf der Metaebene, das alles erlaubt, aber alles hinterfragt und die Verantwortung hinter einer Entscheidung nach vorne stellt. Diese Art des Denkens wurde zum Teil meiner Lebenseinstellung.

Auch die Mediation hinterfragt. Sie zeigt, wie man mit Widersprüchen umgehen kann. Dazu gehören auch die eigenen Widersprüche. Sie zeigt auch, wie man sich unsinnigen Streitereien entziehen kann. Beides kam mir sehr gelegen.

Als Familienrichter habe ich erfahren, dass von mir Entscheidungen über Familienschicksale erwartet werden, die ein Richter kaum treffen kann. Für mich war es deshalb eine emotionale Entlastung, wenn es gelang, unter den Parteien einen Konsens herzustellen. Die Verantwortung konnte dann in die Hände zurückgegeben werden, wo sie hingehört. Die Mediation war der Schlüssel dafür.

Das alles hat bei mir dazu geführt, die Mediation nicht lediglich als ein Verfahren, sondern als eine Denk- und Umgangsweise zu verinnerlichen.

Warum mich die Mediation so fasziniert?

Was mich fasziniert, ist die andere Art des Denkens. Das Warum spielt in meinem Leben kaum noch eine Rolle. Was nutzt es mir, wenn ich weiß, warum etwas schief gelaufen ist? Dadurch wird es nicht besser. Im Gegenteil. Die Gedanken werden in dem Problem gefangen. Besser ist, wenn man weiß wie es richtig läuft. Die Mediation zeigt den gedanklichen Weg in diese Richtung. Sie fragt nach dem Wozu. Das Wozu führt in die Sinnhaftigkeit dessen was getan wird und ergibt, was zu tun ist, damit ein Sinn daraus entstehen kann. Faszinierend finde ich die gedanklichen Schritte, die dazu beitragen, die Gedanken in eine Richtung ohne Probleme zu lenken und nicht sich in Problemen zu verlieren.

Mein Engagement im Verband

Mein Engagement für den Verband ist identisch mit meinem Engagement für die Mediation. Beides liegt mir am Herzen. Weil sich der Verband mit allen Fragen der Anwendung, der Ausbildung, der Forschung und der Implementierung, also der Politik befasst, gibt er den größtmöglichen Zugang zur Mediation und den Chancen ihrer Verwirklichung.

Ich bin seit der Gründung des Verbandes im Jahre 2001 der gewählte Vorsitzende der Integrierten Mediation. Der Vorstand ist mit dem Verband gewachsen. Wir sind inzwischen 7 Vorstandsmitglieder unter denen die Verantwortung aufgeteilt ist. Schon die Ressorts zeigen die Bandbreite der Vereinsaktivitäten, in die natürlich auch die Manager und Mitglieder so weit wie möglich eingebunden werden.

Die Förderung der Mediation steht ganz oben. Für mich ist Mediation nicht in erster Linie die nachzufragende Dienstleistung, sondern die dahinter verborgene, persönliche und soziale Kompetenz, die sich nicht nur auf Mediatoren beschränken sollte. Die Dienstleistung ist die Folge aus dieser Kompetenz und dem Bewusstsein dafür, was die Mediation zu leisten imstande ist. Eine andere Konsequenz ist das friedliche Zusammenleben. Je weiter die Mediation in die Gesellschaft integriert werden kann, umso besser funktionieren die sozialen Systeme und Prozesse. Auch die Politik würde weniger gefährlich sein.

Der Wunsch nach Frieden kann aus dem Herzen kommen. Wenn nicht, sollte der Verstand den Frieden nahelegen. Verstand hat mit Verstehen zu tun. Schon sind wir wieder im Thema Mediation.

Uns ist es wichtig, nicht nur über die Mediation zu reden, sondern die Mediation zum Maßstab des eigenen Handelns zu machen. Ich hoffe, dass dies bei allen Aktivitäten des Verbands und seiner Mitglieder sichtbar wird.

Was es noch zu sagen gibt?

Bitte fragen Sie, wenn Sie sonst noch etwas über mich wissen möchten. Sie finden mein ausführliches Profil und eine Liste meiner Publikationen auch unter https://win-management.de/arthur-trossen/