Mediation – das Verfahren der effizienten Streitvermittlung
Mediation ist in aller Munde und trotzdem kennt sie kaum jemand. Viele haben eine Vorstellung von der Mediation. Aber nur wenige wissen, was sich tatsächlich dahinter verbirgt. Aber bitte: Es geht nicht um Meditation (Medi-t-ation) sondern um Mediation (Medi-ation). Nicht nur die Verwechslung mit der Medi-t-ation dient der Medi-ation eine gewisse Esotherik an. Wie sonst sollte es jemandem gelingen, vorwiegend mit den Mitteln der Kommunikation eine Konfliktlösung herbeizuführen, obwohl die Streitparteien selbst einschließlich ihrer Helfer bereits alle Mittel der Kommunikation mehr oder weniger erfolglos ausgeschöpft haben? Die Frage ist berechtigt und die Antwort impliziert, dass eben doch nicht alle Kommunikationsmittel ausgeschöpft werden, die eine einvernehmliche Streitbeilegung ermöglichen.
Was ist Mediation?
Zwei Filmbeispiele:
Erste Anhaltspunkte ergibt die Begrifflichkeit.
Mediation kommt aus dem Lateinischen und wird mit “Vermittlung” übersetzt. Ganz sicher ist die Mediation eine Form der Streitvermittlung. Allerdings ist die auf ein Wort beschränkte Übersetzung noch viel zu ungriffig. Vermittlung kann alles Mögliche sein. Mediation ist also eine Erscheinungsform der Streitvermittlung. Vermittelt wird das Verständnis für die Situation und die widerstreitenden Interessen der Parteien, auf dessen Grundlage die Parteien sodann Lösungsoptionen erarbeiten.
Der Definitionsversuch
Ein Vortrag über die Mediation
Wie soll das funktionieren?
Sicherlich haben die Streitparteien schon viele Versuche hinter sich gebracht, eine Regelung zu vereinbaren, die den Konflikt lösen könnte und an die sich auch jeder halten kann. Aber die Gespäche sind immer eskaliert. “Mit dem kann man doch gar nicht reden” wissen sich die Parteien gegenseitig vorzuwerfen. Was soll da ein Mediator noch bewegen können? Eine gute Einschätzung ermöglicht das Video “Magic of Mediation”
Magic of Mediation
Die Magie der Mediation
Tatsächlich sind die Chancen miteinander zu reden auch dann noch recht hoch, wenn die eigenen Bemühungen gescheitert sind. Das hängt mit Gesetzmäßigkeiten der Kommunikation zusammen. Die konfliktbedingte Wahrnehmung hindert die Streitparteien oft daran, sich zu verstehen. Ihr Verständnis voneinander beschränkt sich auf Vorwürfe, Verletzungen und Zurückweisungen. Die Streitparteien haben Mauern um sich aufgebaut, die den Blick auf die Interessen und Möglichkeiten verwehren.
Mit der Unterstützung eines Dritten und etwas gutem Willen kann durchaus ein Verständnis für die Konfliktlage als Voraussetzung für eine konstruktive Konfliktlösung vermittelt werden!
Wie dies geschieht, verdeutlicht die Zeichnung des Karikaturisten Phillipp Heinisch. Mit der Unterstützung des Mediators können die Maueren wieder transparent werden. Er kennt sich mit Konflikten aus und weiss wie Menschen in solchen Situationen reagieren und worauf sie achten – oder eben nicht achten. Der Mediator vermittelt die Aussagen der Streitparteien auf eine Weise, die der jeweiligen Gegenseite besser zugänglich und verständlich wird. Die dadurch von den Streitparteien zu gewinnenden Sichtweisen und Erkenntnisse sind immer ein ausreichender Nährboden für neue, und meistens bessere Lösungen, als erwartet.
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