Ist die Schulmediation eigentlich auch eine Mediation, wo der Schüler als Mediator den Streit zwischen den Schulkameraden löst? Was ist mit der Mediation einer Beratungsstelle, die in Kindschaftssachen eingebunden ist und kostenlose Mediationen anbietet? Was ist mit der des Jugendamtes, das die Mediation ergänzend in Elterngesprächen einsetzt? Offenbar gibt es auch Mediationen, die nicht dem Gesetz unterfallen. Mediation ist eben doch nicht gleich Mediation oder doch?

Der Gesetzgeber selbst geht davon aus, dass Mediationen entgegen seiner Definition in § 1 nicht zwingend Verfahren sein müssen. Obwohl er die Mediation in § 1 Abs. 1 als ein Verfahren definiert hat, ist bereits in § 2 Abs. 2 vom MediationsVERFAHREN die Rede. Mit der Wortdoppelung räumt der Gesetzgeber indirekt ein, dass die Mediation offenbar weitere Erscheinungsformen kennt, als in § 1 Abs. 1 definiert.

Die Mediationssystematik

Die inflationäre Verwendung des Begriffs Mediation erfordert eine Systematik, die zwischen „materieller“, „formeller“ und „formeller Mediation i.S.d. MediationsG“ zu unterscheiden hat. Das nachfolgende Schema mag dazu beitragen, die Vielfalt und Varianz der Mediation zu erkennen und systematisch einzuordnen.

Mediationssystematik

Die Auflistung ist natürlich nicht enumerativ. Sicherlich stößt man auf weitere Varianten der Mediation, die hier nicht gelistet wurden. dennoch ist die Systematik geeignet, alle Varianten der Mediation zu kategorisieren. Sie erlaubt die Abgrenzung der Verfahren ebenso wie die Einteilung der Mediation in Modelle, Formen und Stile. Eine wissenschaftliche Herleitung dieser Systematik findet sich in „Mediation (un)geregelt

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