Vertrau der Macht

IM-Studenten kennen den Spruch zur Genüge. Das Star Wars Zitat von Obi Wan Kenobi bekommt mit der Mediation eine ganz neue Bedeutung. Während die Star Wars Fans überlegen, was diese Macht wohl sein kann, wissen wir Mediatoren es längst. Die Macht ist die Mediation! Also lautet die Star Wars Botschaft hier: Vertrau der Mediation! Aber Vorsicht! Das bedeutet nicht, dass die Mediation ein Instrument der Macht ist, auch wenn viele die Mediation dafür missbrauchen. Es ist ein Hinweis auf die innerhalb der Mediation wirkenden Kräfte. Sie wirken zuverlässig, deshalb kann man ihnen vertrauen.

Sicherlich – und zu Recht – fragen Sie jetzt: “Welches sind die Kräfte, denen man in der Mediation vertrauen soll?”. Um dies von vorne herein klar zu stellen, es ist nicht der Mediator! Er ist allenfalls das Medium, das diese Kräfte auslöst. Anders als bei den Yedi Rittern in Star Wars bedarf es zur Geltung dieser Macht auch keiner Ritter, die mit besonderen Fähigkeiten ausgestattet sind. Die “Macht” ist in uns allen. Der Ritter mag sie zum Vorschein bringen. Er sollte sich dabei im Klaren darüber sein, dass er die Macht nicht vorhalten kann. Wohl aber kann er ihr zum Leben verhelfen.

Die Macht der Mediation ist die Erkenntnis. Besser gesagt, der Umgang mit Erkenntnis. Die Erkenntnis selbst findet in den Parteien statt. Die Schritte, wie diese Erkenntnis in einem Konflikt geweckt werden, ist das was die Macht und damit die Mediation ausmacht. Wer die Macht der Mediation verstehen will, muss den Erkenntnisprozess begreifen, den die Mediation beschreibt. Nur wer diesen Prozess versteht, bemerkt den Flow, der sich in der Mediation fast immer wie von selbst herstellt. Wer den Flow spürt, kann sich in die Mediation fallen lassen und den immanenten Kräften vertrauen, die dann zum Tragen kommen. Welche Kräfte das sind fragen Sie?

Nun es ist – wenn auch verschiedentlich angedeutet – keine Magie und keine Zauberei. Es ist kein ethischer Anspruch und keine religiöse Kraft, die die Parteien zu einem Konsens führen. Es sind einfach nur Erkenntnisschritte, welche die Mediation beschreibt und ermöglicht. Sie folgen einer immanenten, einfachen Logik. Sie wird mit den Phasen beschrieben.

  • Phase 1: konfliktfreie Metaebene herstellen
  • Phase 2: Streit identifizieren, den Widerspruch aufdecken und als solchen akzeptieren
  • Phase 3: Die Motive des Streitens erkennen und den erwarteten Nutzen (nicht das Ergebnis) aufdecken
  • Phase 4: Erst jetzt werden Lösungen überlegt
  • Phase 5: Lösungen werden zur Einigkeit überführt

Die mit der Phasenlogik beschriebenen Erkenntnisschritte ergeben ein in sich geschlossenes, logisches System, das sogar ein eigenes Qualitätsmanagement einschließt. Die Phasenlogik bewirkt, dass die zur Lösung führenden Gedanken regelrecht ausgebremst werden. Die zur Lösung führenden Erkenntnisschritte werden separiert.

Die jeweiligen, mit der Mediation beschriebenen Erkenntnisschritte lassen sich wie Stationen begreifen. Jeder Erkenntnisschritt verfolgt eine eigene Logik, um das Etappenziel zu erreichen. Deshalb kommen in den Phasen unterschiedliche Techniken zur Anwendung.

Die Abkoppelung der Gedanken von Positionen und Lösungen erlaubt es den Parteien, einen neuen Kontext herzustellen in welchem sie andere Lösungen entwickeln können. Das Denken wird in kleinere Portionen aufgeteilt, bis die Gedanken zu Bausteinen werden, auf denen sich ein Lösungskonzept entwickeln lässt. Sind die Bausteine klein genug, ergibt sich das Lösungskonzept aus ihnen selbst heraus als eine logische Konsequenz.

Die Erkenntnis ist der Schlüssel zur Lösung.
Die Mediation beschreibt den Weg, wie der Erkenntnisgewinn – trotz des Konfliktes –  möglich werden kann.

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Über Arthur Trossen

Mediator*** Praktizierender Mediator, Autor, Ausbilder, Dozent,
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2 Antworten auf Vertrau der Macht

  1. Auf unserer Facebook-Seite wurde dieser Link als Kommentar eingegeben. http://www.youtube.com/watch?v=Sv5iEK-IEzw

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