Mediatorenverzeichnis 2017-11-06T12:31:05+00:00

Der Mediator – das unbekannte Wesen?

Was ein Mediator ist, ergibt sich aus den Ausführungen zur Mediation und zum Beruf des Mediators. Hier soll es um die Frage gehen, wie Sie den zu Ihrem Fall passenden Sterne-Mediator finden können.

Das etwas andere Mediatorenverzeichnis

Das Angebot an Mediatoren ist groß. Das macht die Auswahl nicht gerade leichter. Wie können Sie den zu Ihnen passenden Mediator finden? Ein Sterne-Mediator verfügt über ein Zertifikat der Integrierten Mediation. Das ist ein Kriterium. Er beherrscht die Verstehensvermittlung und die Mediation als Erkenntnisprozess. Dieses Mediatorenverzeichnis soll Ihnen helfen, die Person Ihres Vertrauens zu finden. Vertrauen lässt sich weder mit Titeln noch mit stolzen Reden beweisen. Deshalb stellt dieses Verzeichnis das Profil des Mediators in den Vordergrund.

Entscheidungshilfe

Woran also erkennen Sie die Qualifikation des Mediators?

Von aussen ist dies nur bedingt möglich. Also müssen sich die notwendigen Informationen aus originären Quellen, etwa der Web-Site des Mediators oder am besten gleich einem informatorischen Vorgespräch, entnehmen. Die Qualität des Mediators ist daran zu messen, inwieweit es ihm gelingt, den Konsens zwischen den Parteien in einer angemessenen Zeit herbeizuführen.

In einem Vorgespräch können Sie sich ein Bild über die Praxis des Mediators machen. Ist er in der Lage seine Arbeitsweise klip und klar zu erläutern? Wenn die Mediation, wie bei vielen Anwälten, neben dem originären Beruf angeboten wird, ist es wichtig zu wissen, wie die Arbeitsbereiche voneinander getrennt werden.

Die interne Organisation der Mediationspraxis gibt weitere Aufschlüsse. Arbeitet der Mediator alleine oder vernetzt? Kann er ein Setting anbieten, das ausreichend Zeit und Ruhe für Ihren Fall bei flexibler Terminierung zur Verfügung stellt?

Ein wichtiges Kriterium für gute Qualität ist die unvoreingenommene Haltung des Mediators. Sie müssen sich akzeptiert und verstanden fühlen, genau so, wie die Gegenpartei. Wenn kein Vertrauen zum Mediator besteht, wird die Mediation nicht gelingen.

Achten Sie darauf, dass Sie umfassend informiert werden. Die Mediation ist ein freiwilliges Verfahren, das dem Grundsatz der Informiertheit unterliegt. Der Mediator muss darauf achten, dass nichts ohne Ihr Wissen oder Ihre Billigung geschieht.

Die IM legt mehr Wert auf das Profil des Mediators als auf seine Ausbildung. Eine gute Ausbildung ist eine Voraussetzung. Kein Grund damit zu werben. Werben Sie lieber mit Ihrer Kompetenz und dem, was man im Marketing den USP (Alleinstellungsmerkmal) nennt.

Kriterien für ein Mediatorenprofil sind:

  • Der Mediator beherrscht ALLE Varianten und Verfahren der Mediation
  • Der Mediator kennt auch die anderen Verfahren der Konfliktbeilegung (ADR und Gerichtsverfahren) ebenso wie die möglichen Beratungen (Therapie, Coaching, Rechtsberatung) und kann diese gegeneinander abgrenzen, miteinander in Verbindung bringen, und auf die Konfliktstrategien der Parteien beziehen.
  • Der Mediator hat das Denken der Mediation verinnerlicht. Wertefreiheit, Präzision, Klarheit, Komplexität (präzises Zuhören) beherrscht er auch außerhalb der Mediation.
  • Der Mediator verfügt über eine breite Erfahrung im Umgang mit Konflikten in allen Konfliktdimensionen und beherrscht die dazu passenden Interventionen.
  • Der Mediator kann aufmerksam zuhören. Er paraphrasiert mehr als dass er fragt und beherrscht die Mäeutik.
  • Der Mediator ist mit den kognitionspsychologischen Hintergründen und Funktionsweisen der Mediation vertraut.

Keine Frage, dass alle diese Anforderungen zum Lehrinhalt der IM zählen.

  • Ausbildung
    Die Ausbildung des Mediators sollte eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein und keiner besonderen Erwähnung bedürfen. Kriterien für eine qualifizierte Ausbildung finden Sie hier.
  • Kompetenz
    Die Frage, was die Kompetenz des Mediators ausmacht, ist in erster Linie seine Haltung (im Verständnis seiner inneren Einstellung) und seine Fähigkeit, die Parteien richtig zu verstehen. Richtig verstehen bedeutet, das zu verstehen, was wirklich gemeint und gewollt ist. Diese Kompetenz setzt sich zusammen aus Wissen um Kommunikation, Wahrnehmung, Konflikte und deren Dynamik, deren Bewältigung und die unterschiedlichen Verfahren und Interventionen, die zur Bewältigung bereit gestellt werden. Die Kompetenz des Mediators vermittelt sich eher über (s)ein Profil als über seine Ausbildungsnachweise.
  • Ursprungsberuf / Fachlichkeit
    Es gibt Meinungen, die bestimmten Ursprungsberufen Vorteile bei der Mediation einräumen. Diese Meinungen stehen jedoch im Verdacht der Einlastigkeit. Die Mediation ist interdisziplinär. Sie erfordert die Anwendung des Wissens aus allen Disziplinen. Für einen gut ausgebildeten Mediator ist es demnach irrelevamt, welches sein Ursprungsberuf ist.
  • Sachwissen
    Ob und inwieweit der Mediator ein spezifisches fachliches Wissen vorhalten muss ist umstritten. Es gibt Meinungen, die sagen, der Mediator sollte unbelastet sein. Dies fördere seine Unbefangenheit und Neutralität. Zu viel sachwissen könnte zu gedanklichen Festlegungen (sachlich einseitige Bewertungen) führen. Andere meinen, der Mediator benötige ein Sachwissen, um dem Parteivortrag besser folgen zu können. Da der Mediator weder entscheidet noch berät, muss er die Sachinformationen lediglich verstehen und übersetzen können. Er muss ihnen folgen können, ohne die Informationen selbst zu verwerten oder zu verarbeiten. In jedem Fall wird der Mediator fehlenden Sachverstand gegebenenfalls wie ein Richter in das Verfahren (durch Beiziehung von Sachverständigen etwa) einführen.
  • Erfahrung
    Erfahrung ist ein wichtiges Kriterium. Der Mediator sollte sich sicher fühlen in dem was er tut. In jeder Mediation gibt es individuelle Herausforderungen. Diese dürfen den Mediator nicht aus der Ruhe und dem Konzept bringen. Lebens-, Verhandlungs- und Konflikterfahrung kommen in der Mediation zum Tragen.
  • Angebot
    Die Art und Weise wie der Mediator seine Dienstleistung anbietet ist ein weiteres Kriterium für Professionalität. Die Mediation kennt verschiedene Verfahrensweisen. Spätestens wenn es um die Honorierung geht, kommt diese Frage zur Geltung. Es gibt Mediationen (Facilitative und evaluative), die recht schnell zu einer Lösung führen, aber weniger nachhaltig sind, weil sie nicht die volle Konfliktiefe erreichen können. Es gibt demgegenüber eine Mediationsweise (transformative), die durchaus die erforderliche Konflikttiefe erreichen kann. Diese Mediation dauert zwar länger und ist teurer, sie kann aber eine wirkliche Nachhaltigkeit erzielen.
  • Vertrauen
    Mediation ist Vertrauenssache. Vertrauen ist ein individuelles Gefühl, das sich nicht durch einen Kriterienkatalog determinieren lässt. Das Besondere an der Mediation ist, dass beide Parteien dem Mediator vertrauen müssen. Ein guter Mediator wird auf diesen Umstand hinweisen und für eine umfassende Tranparenz sorgen, damit das vertrauen in seine Person gerechtfertigt ist.
  • Flexibilität und Kreativität
    Der Kern der Mediation ist ein Verstehens- und ein Klärungsprozess. Verstehen ist eine individuelle Kompenente, die einer Anpassung und Synchonisierung bedarf. Das Verfahren muss sich der Dynamik des Konfliktes anpassen können. Der Mediator muss in der Lage sein, in jeder Phase des Verfahrens sich auf Veränderungen einzulassen.
  • Selbstverständnis
    Wie bereits erwähnt ist die Haltung (innere Einstellung) des Mediators für das Gelingen einer Mediation von ausschlaggebender Bedeutung. Das Selbstverständnis offenbart sich an der Art und Weise wie der Mediator durch das verfahren führt. Manche sind eher direktiv, andere sind eher reflexiv. Im Grunde hängt es von der Konfliktgestaltung ab (Konflikteskalation und Konflikttiefe), ob und inwieweit der Mediator direktiv tätig sein sollte oder nicht. Die Mediation ist ein Verfahren der Parteien, das auf deren Autonomie und Selbstverantwortung aufsetzt. Dies sollte sich in dem Menschenbild (in der grundsätzlichen Haltung) wiederspiegeln, das der Mediator vertritt. Respekt zeichnet sich nicht dadurch aus, dass man darüber spricht. Respekt zeichnet sich durch Wertfreiheit und Akzeptanz aus.
  • Netzwerk
    Die Mediation ist insofern ein unvollständiges Produkt, als sie weder ein eigenes Sachwissen, noch eine Beratungs- oder Entscheidungskompetenz zur Verfügung stellt. Mithin obliegt es dem Mediator dafür zu sorgen, dass eventuell fehlende Informationan oder Sachwissen in das Verfahren einbezogen wird. Je größer das netzwerk des Mediators ist oder je besser er in ein Netzwerk eingebunden ist, desto größer ist sein Wirkungsbereich.
Welches ist der für mich passende Mediator?

Trotz der Zertifizierungsregelung obliegt es den Streitparteien, den für sie passenden Mediator zu finden. Je mehr zertifizierte Mediatoren gelistet werden, umso größer wird diese Herausforderung. Es ist zu vergleichen mit allen anderen freien Berufen. Ein Rechtsanwalt ist nicht gleich einem Rechtsanwalt, ein Arzt ist nicht gleich einem Arzt. Es gibt Qualität und Leistungsunterschiede. Wie können Sie diese herausfinden?

Zunächst gilt die Regel, nicht einfach einen gelisteten Mediator auszuwählen, sondern diese nur als ersten Zugriff zu verstehen. In einem zweiten Schritt sollten Sie mit dem Mediator in Kontakt treten und prüfen, ob er der passende und geeignete ist. Ein wirklicher Profi wird Ihnen diese Prüfung selbst vorschlagen und weitestgehend abnehmen. Die Prüfungsphase sollte natürlich kostenlos sein. Meistens eignen sich kostenlose Vorgespräche, bei denen der Mediator sich und die Mediation vorstellt, seine Vorgehensweise erläutert und hinterfragt, ob gegenseitiges Vertrauen möglich ist und aufgebaut werden kann.

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