Vom Wissen zum Können
Es gibt verschiedene Ausbildungsangebote zur Mediation. Einerseits kommt dies dem Bedürfnis der Menschen entgegen, die Mediation erlernen wollen. Andererseits ist das Angebot unübersichtlich. Hier sollen einige Fragen rund um die Ausbildung geklärt werden.
Wozu braucht man eine Ausbildung zur Mediation?
Mediation ist mehr als die Fähigkeit, mit den Parteien ein versöhnliches Gespräch zu führen. Sie erfordert das Erkennen und das korrekte Umgehen mit dem Konflikt. Der Umfang des für eine Mediation erforderlichen Wissens ergeben die Standards der Verbände, die sich inzwischen auf Mindeststadards verständigt haben.
Standards für Mediation und Ausbildung
Die Motive, sich in Mediation ausbilden zu lassen, sind ganz unterschiedlich. Längst nicht jeder Studienkursteilnehmer beabsichtigt, später eine Praxis für Mediation zu eröffnen. Viele sehen in der Mediation zu Recht eine Steigerung ihrer sozialen Kompetenz.
Welches ist die passende Ausbildung?
Es ist für jemanden, der sich für eine Ausbildung interessiert, nicht immer leicht herauszufinden, wer die passende Ausbildung anbietet. Wichtig ist, dass die Ausbildung den Bedürfnissen der oder des Auszubildenden entspricht und ihr oder ihm die besten Chancen gibt, selbst zu mediieren oder eine Medition professionell anzubieten. Kriterien für die Auswahl des passenden Ausbildungsangebotes sind:
- Das erste und vielleicht aich das wichtigste Kriterium ist die Vollständigkeit und Gewichtung des Curriculums in Themen und Praxisanteile. Das Curriculum sollte wenigstens den Stoff wiedergeben, der in den Mindeststandards ausgewiesen ist.
- Die Ausbildungsdauer wird auf 200 Ausbildungsstunden festgelegt werden. Dahin geht der Trend. Eine 200-stündige Ausbildung ist (relativ gesehen) noch nicht viel. Umso wichtiger ist deren Effizienz. Sie Effizienz sich aus dem zugrunde liegenden didaktischen Konzept. Es sollte spätetens im Curriculum transparent gemacht sein.
- Wenn das Training modul- oder semesterweise angeboten wird, verringert sich das finanzielle Risiko, falls Sie den Kurs aus persönlichen oder terminlichen Gründen unterbrechen oder gar abbrechen müssen. Achz´ten Sie auch darauf, dass Ausweichmöglichkeiten bestehen, falls Sie an einem oder mehreren Trainingstagen etwa krankheitsbedingt fehlen.
- Das didaktische Konzept sollte Trainingsmaterialien und Literatur beinhalten, auf die sich das praktische Training konkret beziehen lässt. Es sollte die didaktische Methodik offen legen und die Frage beantworten, wie die Theorie- und Praxisanteile vorgehalten werden und wie das Erfahrungslernen unterstützt wird.
- Das Lernklima sollte ermutigen und den Teilnehmern die Möglichkeit geben, offen über alle Anliegen zu sprechen, die mit Konflikten und Konfliktbewältigung im Zusammenhang stehen. Weil die Selbsterfahrung und die perönliche Betreuung in der Mediation eine große Rolle spielt, mag darauf geachtet werden, dass die Teilnehmerzahlen in den Kursen entsprechend limitiert ist und Trainer als Betreuer permanent zur Verfügung stehen. Auch mag es ein Qualitätskriterium darstellen, ob und inwieweit Sie in den Peergruops zu Übungen angeleitet werden.
- Wichtig ist es auch, ob und inwieweit ein Alumi-Netzwerk zur Verfügung steht. Je flächendeckender das Netzwerk ist, desto sicherer ist die Organisation von so geannnten Peer groups.
- Wechselnde Trainer geben den Einblick in unterschiedliche Mediationsstile und interdisziplinäres Wissen. Dabei ist es wichtig, dass die Trainer nicht wie Inseln eingeführt werden, sóndern dass sie konsistent in das Training eingebunden sind. Sie sollten die angebotenen Lehrmittel kennen, anwenden können und sich zu anderen Trainern konstruktiv abgrenzen können. Weiterhin sollten sie sich auf die angebotene Begleitliteratur beziehen können.
- Die Trainerpersönlichkeiten, deren praktische Erfahrung und deren Berufserfahrung als Mediator spielen eine besonders große Rolle. Nur wer selbst Erfahrung hat in Mediation kann diese vermitteln. Neben der Mediationserfahrung ist die Erfahrung als Trainer ein wichtiges Kriterium.
- Es sollte unbedingt auf Interdisziplinarität der Ausbildung geachtet werden. Eine einseitige Sicht auf die Mediation (etwa aus der Perspektive nur einer Berufsgruppe oder nur einer wissenchaftlichen Disziplin) verkürzt die Einsatzmöglichkeiten des Mediators, auch wenn er dieser Berufsgruppe selbst angehört.
- Es sollte auch unbedingt darauf geachtet werden, dass sich die Ausbildung mit der Vielfalt der Mediation auseinandersetzt. Die Mediation hat viele Gesichter. Sie kommt nicht nur in verschiedenen Anwendungsfeldern zum Tragen, sondern auch in verschiedenen Erscheiningsformen. Ein professioneller Umgang mit Mediation ist nur dsnn möglich, wenn Sie sich die vercheidenen Varianten beherrschen und gegenseinander abgrezen können.
- Wer professionell mit der Mediation arbeiten will, sollte auch darauf achten, dass die Ausbildung das professionelle Umfeld beleuchtet und die Chancen einer Vermarktung einbezieht.
Eine behördliche Anerkennung eines Zertifikates oder einer Ausbildung ist bis heute nicht vorgeschrieben. Sie soll nach dem Willen des Gesetzgebers auch den Verbänden und Kammern überlassen bleiben. Manche Verbände vergeben Anerkennungen im Rahmen ihrer Selbstorganisation. Diese sollten nicht mit der staatlichen Anerkennung verwechselt werden.
Es gibt inzwischen schon eine Menge Ausbilder und Ausbildungsinstitute für Mediation. Bedarf es daneben überhaupt noch eines weiteren Ausbildungsangebotes? Ich meine, ja, denn Sie fänden sonst keine Ausbildung zur integrierten Mediation!
Wozu braucht man eine Ausbildung zur integrierten Mediation?
Die Mediation als ein alleinstellendes Verfahren ist nicht die einzige Möglichkeit einer konstruktiven Konfliktlösung. Die Nachfrage nach Mediation erwartet, dass sich die Mediation als ein integraler Bestandteil des Konfliktlösungssystems etabliert. Sie muss genau dort verfügbar sein, wo gestritten wird. Dort, wo der Bedarf nach konstruktiven Lösungen entsteht. Ein Beispiel für die Anwendung der integrierten Mediation ist das Justizmodell in Rheinland-Pfalz (Siehe Das Justizprojekt in Rheinland-Pfalz und Evaluation des Justizprojektes).
Die integrierte Mediation ist aber nicht auf die Gerichtsmediation beschränkt, wie viele Menschen glauben. Die integrierte Mediation ist auch im Bereich der Wirtschaft, des Unternehmens und sogar im privaten Bereich anzuwenden. Der Begriff wurde geprägt, um herauszustellen, dass es auch außerhalb eines förmlichen Mediationsverfahrens (reine Mediation) nicht genügt, lediglich Mediationstechniken anzuwenden. Entscheidend ist es, die Kenntnisse und Fertigkeiten der Mediation in all ihren Betsandteilen auch dort zur Anwendung zu bringen, wo sie nicht möglich erscheinen. Hier liegt der Schwerpunkt der integrierten Mediation. Die integrierte Mediation geht in die Grenzbereiche der Mediation. Sie passt sich – soweit möglich – dem Bedarf der Streitparteien an und erweitert somit das Dienstleistungsangebot. Völlig zu Recht wurde die integrierte Mediation auch schon als kundennahe Mediation bezeichnet.
Welches sind die Ausbildungsziele?
Um die Anwendungsmöglichkeiten der Mediation voll ausschöpfen zu können, sind gute Kenntnisse und Fertigkeiten eine zentrale Voraussetzung. Nur so lässt sich die Mediation auch in den nicht stereotypen Fällen der Praxis anwenden und in ein untypisches Setting integrieren. Deshalb setzt die Ausbildung zur integrierten Mediation eine vollständige Ausbildung zur Mediation voraus und geht über diese hinaus!
Wenn es Ihnen also darum geht, die Mediation zu erlernen, um etwas Gutes für sich zu tun oder um sie später proaktiv in Ihrem Beruf oder auch als Beruf einzusetzen, ist die Ausbildung zur integrierten Mediation genau richtig, auch dann, wenn Sie schon ein Mediator sind.
Es gibt abgestufte Ausbildungziele. Das Ziel einer abgeschlossenen Ausbildung ist erreicht, wenn Sie in der Lage sind, Mediationen in den jeweiligen Varianten selbständig durchzuführen. Darüber hinaus ist es eine Zielvorgabe, dass Sie über ein ausreichendes Repertoire verfügen, wie Sie die erlernten Fähigkeiten in bestehende Verfahren einbringen und in ihrem beruflichen Alltag anwenden können.
Wie weit reicht die Ausbildung?
Das wichtigste Anliegen eines Ausbilders ist es, den Auszubildenden das zuvermitteln, was wir als die “Magie der Mediation” bezeichnen. Es geht darum, die Wirkfaktoren die zu einer Konfliklösung oder Konfliktvermeidung führen zu indentifiozieren und methodisch abrufen zu können. Um dazu in der Lage zu sein, müssen Sie wirklich begreifen und verstehen, was, warum und wie den Betroffenen hilft, eine eigene Konfliktlösung herbeizuführen. Die Ausbildung zur integrierten Mediation verfolgt diesen Anspruch. Sie umfasst deshalb vollumfänglich die Kenntnisse und Fertigkeiten der reinen Mediation. Sie findet einen weiteren Schwerpunkt in der Anwendung dieser Kenntnisse im streitigen Umfeld. Auf diese Weise wird der Wirkungsgrad der Mediation erweitert. Im beruflichen Alltag finden sich ausreichende Fälle, in denen Sie Ihre neu erworbenen Kenntnisse und Fertigkeiten anwenden können. Die Ausbildung lässt sich deshalb ohne Weiteres an die beruflichen Bedürfnisse und die persönlichen Anforderungen anpassen. Ein Baukastensystem erlaubt die Kombination verschiedener Ausbildungsgänge. Ein Beispiel für ein umfassendes und gutes Ausbildungskonzept finden wir bei der IM
Die Herausforderung
Bei der Ausbildung kommt es nicht nur darauf an, Wissen zu vermitteln und die Fertigkeit es praktisch umzusetzen. Eine Kommunikation ist immer individuell geprägt. Auch der Umgang mit Konflikten hat – selbst wenn es die Konflikte anderer sind – stets eine persönliche Betroffenheit zur Folge. In der Ausbildung kommt es deshalb ganz maßgeblich darauf an, Selbsterkenntnisse zu ermöglichen und auf den Transfers des Gelernten in eigene Anwendungsformen zu überführen. Das ist der Grund, warum Peergroup Trainings und Supervisionen begleitend zu der Ausbildung unerlässlich sind. Das ist auch der Grund, warum einige Kollegen gegenüber einem Fernstudium misstrauisch sind. Das Misstrauen ist jedoch nicht gerechtfertigt, wenn das verhältnis von Theorie und Praxis stimmt. Im Gegenteil besteht bei einem fernstdudiu die Möglichkeit, sich während der Präsenzen wirklich nur auf die praktischen Belange der Mediation zu konzentrieren und den Zeitaufwand für Vorträge gering zu halten. Reflexionen und Erfahrungen zum Fernstudium der IM bzw. ZFH finden Sie exemplarisch in den folgenden Rückmeldungen:
Beiträge zum Thema Ausbildung
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- Wieder ein toller Kurs ...
- Angehende Mediatorin gesucht
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- Qualität zeichnet sich aus
- International Business Arbitration
- European Mediation Training
- Die “offiziellen” Zertifizierungsstandards für Mediatoren
- DGM Anerkennungsordnung
- Anerkennung der Anerkennung
- Zertifizierungsstandards – DFfM Sitzung
- Supervision am Sonntag
- Akademisierung der Mediation
- Feedback von Seminarteilnehmern
- ZFH SS 2010 (2. Sem/3. Präs)
- ZFH SS 2010 (2. Sem/2. Präs)
- ZFH SS 2010 (2. Sem/1. Präs)
- VHS Kurs 2010 (2. Sem/2. Präs.)
- Informationsveranstaltung zum Fernstudium Mediation
- ZFH Kurs ausgebucht!
- Integrierte Mediation für Rechtsanwälte…
- Übungsaufgaben
- How are you doing the mediation?
- ZFH SS 2009 – 2. Semester: 3. Präsenz
- Ausbildung von Mediatoren durch den IMeV
- Infoveranstaltung: Mediation & integrierte Mediation
- ZFH WS 2009 – 2. Semester: 1. Präsenz
- ZFH WS 2009 – 1. Semester: 1. Präsenz
- ZFH SS 2009 – 2. Semester: 1. Präsenz
- ZFH SS 2009 – 1. Semester: 2. Präsenz
- Kreisvolkshochschule bietet berufsbegleitende Fortbildung zum Mediator an
- Termine – VHS Kurs
- Mediation in Familienunternehmen
- ZFH WS 2009 – 1. Semester: 3. Präsenz
- Mediation im Bachelor-Studiengang Soziale Arbeit
- ZFH WS 2008 - 1. Semester (3)
- Zertifikate ZFH
- Zertifkate
- Bausteine
- Was ist Supervision?
- Diplomarbeit über die Ausbildung zum Mediator
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