Vom Wissen zum Können
Es gibt verschiedene Ausbildungsangebote zur Mediation. Einerseits kommt dies zwar dem Bedürfnis der Menschen entgegen, die Mediation erlernen wollen. Andererseits ist das Ausbildungsangebot unübersichtlich und nicht nur für den Laien verwirrend. Hier sollen einige Fragen rund um die Ausbildung geklärt werden.
Ausbildung ist die Vermittlung von Wissen, Fähigkeiten und Fertigkeiten. Eine Ausbildung kostet zunächst einmal Geld, Zeit und Kraft. langfristig handelt es ich um einen Prozess des Lernens, der gleichzeitig eine Entscheidung für das Leben und eine Investition für die Zukunft bedeuten kann.
Wozu braucht man eine Ausbildung zur Mediation?
Mediation ist mehr als nur ein alternatives Verfahren zum Gericht oder die Fähigkeit, mit den Parteien ein versöhnliches Gespräch zu führen. Sie erfordert das Erkennen und das korrekte Umgehen mit unterschiedlichsten Konflikten. Dies bedarf einer gewissen Zeit des Lernens und übens, welche die Standards der Verbände, die sich inzwischen auf Mindeststadards verständigt haben, festlegen.
Standards für Mediation und Ausbildung
Die Motive, sich in der Mediation oder zum Mediator ausbilden zu lassen, sind ganz unterschiedlich. Längst nicht jeder Studienkursteilnehmer beabsichtigt, später eine Praxis für Mediation zu eröffnen. Viele sehen in der Mediation zu Recht auch eine Steigerung ihrer sozialen Kompetenz oder aber eine berufliche Weiterbildung, die ihre Wettbewerbsfähigkeit verbessert und die dank des Zertifikates auch auf dem Briefkopf gedruckt werden kann.
Die Hürden
Verstehen Sie die Ausbildung zur Mediation als einen Prozess, bei dem mehrere Hürden zu nehmen sind, bis Sie am Ziel ankommen.
- Entscheidung
Die erste Hürde ist Ihre persönliche Entscheidung zu diesem Schritt. Machen Sie sich bitte klar, welches konkrete Ziel Sie für sich mit der Ausbildung verfolgen wollen. - Zugangsvoraussetzungen
Die zweite Hürde besteht darin, die Zugangsvoraussetzungen zu erfüllen. Die Mediation ist als eine berufliche Weiterbildung konzipiert. Manche Institute verlangen deshalb entweder eine abgeschlossene Hochschulausbildung oder setzen wenigstens eine berufliche Erfahrung, am besten in einem konfliktnahen Beruf, voraus. - Eignung
Die dritte Hürde besteht in ihrer Eignung. Mediation kann man als ein Handwerk verstehen oder gar als eine Kunst. Sie ist also (er)lernbar. Manchen fällt es leicht, anderen fällt es schwerer. Eine gute Ausgangsbasis ist Ihr Interesse am Umgang mit Menschen. - Leistung
Die vierte Hürde ist Innre eigene Motivation und Leistungsbereitschaft. Es wäre falsch anzunehmen, die Ausbildung in Mediation sei ein “easy going”. Sie erfordert Lerneinsatz und vor allem Übung. Die Ausbildungsinstitute sollten in der Lage sein, Ihnen recht genau zu schildern, wie groß der individuelle Lernaufwand in Bezug auf Ihr persönliches Ziel tatsächlich ist. - Anwendung
Die fünfte Hürde besteht in der Bereitschaft, das Gelernte anzuwenden und weiter zu perfektionieren. Es genügt also nicht, eine Ausbildung zu konsumieren. Sie werden es erleben. Mediation macht Spass. Sie erleichtert vieles auch in Ihrem eigenen Leben. Wer einmal damit in Berührung gekommen ist, der kommt davon nicht mehr los. - Ausbildung
Die sechste Hürde und schwierigste Hürde besteht darin, die passende Ausbildung zu finden und das Ausbildungsinstitut auszumachen, das dafür einstehen kann.
Welches ist die passende Ausbildung?
Es ist für jemanden, der sich für eine Ausbildung interessiert, nicht immer leicht herauszufinden, wer die passende Ausbildung anbietet. Wichtig ist, dass die Ausbildung den Bedürfnissen der oder des Auszubildenden entspricht und ihr oder ihm die besten Chancen bietet, selbst zu mediieren oder eine Medition professionell anzubieten. Kriterien für die Auswahl des passenden Ausbildungsangebotes sind:
- Anlaufstelle
Die erste und wichtigste Frage, die Sie sich stellen sollten ist, ob Sie alle Informationen über das Studium haben, die Ihnen eine Entscheidung ermöglichen. Möglicherweise haben Sie Fragen zu Ihrer Qualifikation, zum Ablauf oder zur persönlichen Eignung. Auch die Frage, ob und wie Sie die Mediation später für sich professionell, semi-professionell oder privat einsetzen können, sollte Sie interessieren. Die Institute halten häufig Web-Seiten vor, in denen die meisten Informationen bereit gestellt werden. In jedem Fall sollte es dort auch eine Anlaufstelle geben, in der Ihnen neutral und uneigennützig die Beratung angeboten wird, die Sie benötigen. Als Faustregel mag gelten: Wer schlecht über die Mitbewerber redet, weiß meist nichts Gutes über sich selbst zu sagen. Die Informationen sollten Ihnen vor allem helfen, die ausgewiesenen Lernziele auf Ihre individuellen Bedürfnisse abzugleichen. - Curriculum
Die Lernziele ergeben sich aus einem Curriculum, welches von der jeweiligen Ausbildungsstelle zur Einsicht zur Verfügung gestellt werden sollte. Bei der Sichtung des Curriculums sollten Sie auf Vollständigkeit und Gewichtung von Themen, Inhalten und Praxisanteilen achten. Das Curriculum sollte wenigstens den Lerninhalt wiedergeben, der in den Mindeststandards ausgewiesen ist. Der Ausbilder sollte spätestens auf Anfrage in der Lage sein, die Verwertung der Mindeststandards innerhalb der Ausbildung nachzuweisen. - Ausbildungsdauer
Die Ausbildungsdauer wurde per Gesetz nunmehr auf 120 Ausbildungsstunden festgelegt. der Trend der verschiedenen Verbände geht jedoch hin zu einer 200-stündigen Ausbildung. Aber auch eine 200-stündige Ausbildung ist (relativ gesehen) noch nicht viel. Umso wichtiger ist es, auf die Effizienz der Ausbildung zu achten. Es macht einen Unterschied, ob Sie in einem 120 Stundenkurs mit 16, 20, 25 oder 50 Teilnehmern untergebracht sind. Achten Sie also darauf, ob und wie die Ausbilder die Teilnehmerzahl limitieren.
Abgesehen von dem Gesamtstundenaufwand ist die Dauer der Ausbildung (Zeitablauf) von Bedeutung. Das Gelernte muss sich setzen können. Es muss durch eigene Erfahrungen ergänzt werden. Das ist der Grund, warum viele Anbieter die Präsenzausbildungen in einem zeitlichen Rhythmus planen, der einen mehrwöchigen Zeitraum zum Vor- und Nacharbeiten zwischen den Präsenzausbildungen belässt. - Ausbildungsaufbau
Entsprechend Ihrem Lernziel sollte die Ausbildung so aufgebaut sein, dass Sie dort zunächst die Mediation auch für einen nicht professionellen Einsatz erlernen können, die für eine Ausbildung im professionellen Einsatz fortgesetzt werden kann. Natürlich kann die Ausbildung auch schon von vorne herein auf das Ziel der Professionalisierung angelegt sein. In jedem Fall ist es aber ratsam darauf zu achten, dass die Bandbreite unterschiedlicher Ausbildungsziele vorgehalten wird. Wenn das Training modul- oder semesterweise angeboten wird, ist diese Anforderung meist erfüllt. Auch verringert sich Ihr finanzielles Risiko, falls Sie den Kurs aus persönlichen oder terminlichen Gründen unterbrechen oder gar abbrechen müssen. Achten Sie auch darauf, dass und welche Ausweichmöglichkeiten bestehen, falls Sie an einem oder mehreren Trainingstagen etwa krankheitsbedingt verhindert sind. Bei neuen, nur einmalig oder sporadisch angebotenen Ausbildungen sollten Sie sich gezielt nach Ausweich-, Nach- und Weiterbildungsmöglichkeiten erkundigen. Sicher können Sie sein bei Ausbildungen, die schon etabliert sind und die in einem wiederkehrenden Rhythmus angeboten werden. - Ausbildungsart
Manche behaupten, dass die Mediation im Fernstudium nicht erlernter sei. Das ist so in keinem Fall zutreffend. Die Bereitstellung von Lehrbriefen im Heimstudium hat durchaus Vorteile und erlaubt eine intensivere Erfassung des Wissens. Gleichzeitig steht mehr Zeit für die optimale Nutzung der Präsenzen zur Verfügung. Ausschlaggebend ist das Verhältnis von Heim- und Präsenzstudium. Der praktische Studienteil sollte nicht zu kurz kommen und wenigstens 50-60% des Gesamtstudiums ausmachen. Das ist etwas mehr als der üblicherweise für Fernstudien vorgesehene Präsenzanteil (Zur Qualifikation eines Fernstudiums siehe: http://www.in-mediation.eu/mediation-im-fernstudium). - Ausbildungsausrichtung
Besonders vorsichtig sollten Sie mit Ausbildungen zum Fachmediator umgehen. Oft erwecken solche Ausbildungen den Eindruck, dass sie auf eine Grundausbildung aufstocken. Nicht immer ist dies der Fall. Stellen Sie sicher, dass Sie auch bei einer Fachausbildung das Wissen der Grundausbildung vollinhaltlich für alle denkbaren Mediationsarten mitnehmen können (die Integrierte Mediation verdeutlicht dieses Phänomen beispielsweise, indem sie nicht von Fachmediatoren, sondern von Mediatoren mit Schwerpunkt im Feld xy spricht). - Didaktik
Das didaktische Konzept wird am wenigsten hinterfragt und doch ist es das Wichtigste im Training. Es sollte verschiedene Trainingsmaterialien beinhalten und die Methodik beschreiben, in der Wissen, Fähigkeiten und Fertigkeiten vermittelt werden. Hier sollte ein möglichst ausgeglichenes Verhältnis zwischen Wissensvermittlung und Anwendung bzw. Übung sowie ein Spektrum an Methoden deutlich werden, da nur diese ein angemessenes Lernen für alle Lerner mit ihren unterschiedlichen Lernarten ermöglichen. Übliche und bewährte Methoden sind beispielsweise: Vorträge, Diskussionen, Einzel- und Gruppenarbeit, Übungen und Rollenspiele, Präsentationen und Vorführungen, Rückmeldungen, Supervision und Feedback. Erkundigen Sie sich, ob und wie Mediationen und Interventionen gezeigt werden. Nicht jeder Ausbilder ist dazu bereit, sich selbst als Anschauungsobjekt zur Verfügung zu stellen. - Konsistenz
Manche Ausbildungen weisen zwar das ganze Spektrum an Materialien und Methodik aus. Sie bieten auch die Ausbildung bei mehreren Trainern an. Wechselnde Trainer geben Einblick in unterschiedliche Mediationsstile. In ihrer Gesamtheit repräsentieren sie ein interdisziplinäres Wissen. Dabei ist es wichtig, dass die Trainer nicht wie Inseln eingeführt werden, sondern dass sie konsistent in das Training eingebunden sind. Sie sollten die angebotenen Lehrmittel kennen und sich zu anderen Trainern konstruktiv abgrenzen können. Weiterhin sollten sie sich auf die angebotene Begleitliteratur beziehen können. Aufeinander abgestimmte Skripte, Videos, Aufzeichnungen der Rollenspiele und Arbeitsanleitungen sollten zum festen Bestandteil eines Trainingsangebotes zählen. In guten Ausbildungen steht Ihnen ein permanenter Ausbildungsbetreuer zur Verfügung. - Selbststudium
Das Selbststudium (privates Üben) spielt eine übergeordnete Rolle in der Ausbildung. Hier ist darauf zu achten, ob und wie ein Selbststudium gefordert und gefördert wird. Gute Ausbilder helfen bei der Einrichtung von Peergroups. Erkundigen Sie sich danach, ob und für welche Regionen die Ausbilder eine Organisation der Peergroups bereitstellen können. Eine weitere Frage ist, ob und inwieweit der Ausbilder Anleitungen zur Selbstausbildung bietet und Fälle für Peergrouparbeiten bereitstellt. Die nötige Selbsterfahrung und Selbstreflexion erfolgt über das Sammeln eigener Erfahrungen. Hier sollte man darauf achten, wie der Ausbilder die Lerninhalte vermittelt und inwieweit Raum für Selbsterfahrung und Selbstentwicklung ermöglicht wird. Erfragen Sie, welche Maßnahmen und Medien zum Einsatz kommen, um die Übungen aus den Präsenzen privat nacharbeiten zu können. - Transformation
Bei der Ausbildung zur Mediation kommt es nicht nur darauf an Wissen und Fertigkeiten zu vermitteln. Kommunikation funktioniert bei jedem Menschen anders. Es ist also wichtig, dass Sie als Teilnehmer lernen, das modellhaft Gelernte in die eigene Welt zu transformieren. Die Ausbildungsphilosophie sollte auch dies zum Ausdruck bringen. - Lernklima
Das Lernklima sollte ermutigen und den Teilnehmern die Möglichkeit geben, offen über alle Anliegen zu sprechen, die mit Konflikten und Konfliktbewältigung im Zusammenhang stehen. Das Lernklima und die Trainingsqualität lasen sich sehr gut über Referenzen von ehemaligen Teilnehmern erkunden. Danach können gegebenenfalls erfragt werden. Häufig gibt es Evaluationsauswertungen, die das Gesamtbild widerspiegeln. Erkundigen Sie sich gegebenenfalls auch nach dem Qualitätsmanagement des Ausbilders. - Netzwerk
Wichtig ist es auch, ob und inwieweit ein Netzwerk zur Verfügung steht, das die Auszubildenden auch nach der Ausbildung noch unterstützt. - Trainer und Ausbilder
Die Trainerpersönlichkeiten, deren praktische Erfahrung als Trainer und deren Berufserfahrung als Mediator spielen ebenso eine wichtige Rolle. Nur wer selbst Erfahrung in der Mediation hat, kann diese auch umfassend vermitteln. Eine breite Erfahrung des Trainers ist von Vorteil, besonders wenn diese auch in anderen Berufsfeldern und Unternehmungen bestehen. Neben der Mediationserfahrung ist die Erfahrung als Trainer ein wichtiges Kriterium. Der Trainer sollte bereit und in der Lage sein, eine Mediation selbst vorzuführen und in Rollenspielen einzuspringen. Er sollte die Teilnehmer fordern, fördern und motivieren. Auch ist es wichtig, dass der Trainer erläutern kann was, warum und wie in einer Mediation funktioniert und wie man diese Erkenntnis in der Praxis methodisch umsetzen kann. Auch sollte er in der Lage sein, etwa im Rahmen einer ausreichend vorgehaltenen Supervision, den Teilnehmern eine individuelle Rückmeldung über den Lernfortschritt und die Lernschwierigkeiten zu geben, um dann entsprechende Hilfestellungen und Fördermaßnahmen anzubieten. - Interdisziplinarität
Es sollte unbedingt auf Interdisziplinarität der Ausbildung geachtet werden. Eine einseitige Sicht auf die Mediation (etwa aus der Perspektive nur einer Berufsgruppe oder nur einer wissenchaftlichen Disziplin) verkürzt die Einsatzmöglichkeiten des Mediators, auch wenn er dieser Berufsgruppe selbst angehört. Ideal ist es, wenn Trainer selbst eine interdisziplinäre Erfahrung oder Ausbildung nachweisen können. - Mediationsverständnis
Es sollte auch darauf geachtet werden, dass sich die Ausbildung mit der Vielfalt der Mediation auseinandersetzt. Die Mediation hat viele Gesichter. Sie kommt nicht nur in verschiedenen Anwendungsfeldern zum Tragen, sondern auch in verschiedenen Erscheinungsformen. Ein professioneller Umgang mit Mediation ist nur dann möglich, wenn Sie die verschiedenen Varianten beherrschen und gegeneinander abgrenzen können. - Professionalität
Wer professionell mit der Mediation arbeiten will, sollte auch darauf achten, dass die Ausbildung das professionelle Umfeld beleuchtet und die Chancen einer Vermarktung einbezieht. - Betreuung
Ein seriöser Ausbilder wird Sie individuell beraten, ob und inwieweit das Training für Sie geeignet ist oder nicht und auch was Sie später damit anfangen können. Sie sollten darauf achten, dass der Anbieter eine Anlaufstelle für Sie zur Verfügung stellt, die sich auf Ihre individuellen Bedürfnisse einlässt. Neben den Fragen zur Studienorganisation sollte auch ein Betreuer für die Inhalte und die didaktische Umsetzung zur Verfügung stehen. - Kosten
Der Preis ist nicht wirklich ein aufschlussreiches Kriterium, solange man die Kalkulationsgrundlagen des Anbieters nicht kennt. Hier gilt die Regel: Was teuer ist, muss nicht zwingend gut sein und was billig ist, ist nicht zwingend schlecht. Das Angebot (Preis – Leistungsverhältnis) entscheidet! - Etablierung
Seit dem Inkrafttreten des Mediationsgesetzes gibt es viele neue Angebote. Hier mag die Dauer, seit welcher der Kurs kontinuierlich angeboten wurde ein Indiz für die Etablierung der Ausbildung sein. - Anerkennung
Eine behördliche Anerkennung eines Zertifikates oder einer Ausbildung ist bis heute nicht vorgeschrieben. Manche Verbände vergeben Anerkennungen im Rahmen ihrer Selbstorganisation. Diese sollten nicht mit einer noch fehlenden staatlichen Anerkennung verwechselt werden. Eine offizielle und einheitliche Akkreditierung gibt es noch nicht. Die Anerkennung ist kein Qualitätskriterium.
Es gibt inzwischen schon eine Menge Ausbilder und Ausbildungsinstitute für Mediation. Bedarf es daneben überhaupt noch eines weiteren Ausbildungsangebotes? Ich meine, ja, denn Sie fänden sonst keine Ausbildung zur integrierten Mediation!
Wozu braucht man eine Ausbildung zur integrierten Mediation?
Die Mediation als ein alleinstellendes Verfahren ist nicht die einzige Möglichkeit einer konstruktiven Konfliktlösung. Die bedarfsorientierte Nachfrage nach Mediation erwartet, dass sich die Mediation als ein integraler Bestandteil des Konfliktlösungssystems etabliert. Sie muss genau dort verfügbar sein, wo gestritten wird. Also dort, wo der Bedarf nach konstruktiven Lösungen entsteht. Ein Beispiel für die Anwendung der integrierten Mediation ist das Justizmodell in Rheinland-Pfalz. Siehe (Das Justizprojekt in Rheinland-Pfalz und die Evaluation des Justizprojektes).
Die Integrierte Mediation ist nicht auf die Gerichtsmediation beschränkt, wie viele Menschen glauben. Die Integrierte Mediation ist auch im Bereich der Wirtschaft, des Unternehmens und sogar im privaten Bereich anzuwenden. Der Begriff wurde geprägt, um herauszustellen, dass der in der Mediation beschriebene Erkenntnisprozess auch außerhalb eines formal abgegrenzten Mediationsverfahrens (reine Mediation) und in Verfahrenskombinationen möglich ist. Es genügt nicht, dort lediglich Mediationstechniken anzuwenden. Entscheidend ist es, die Kenntnisse und Fertigkeiten der Mediation in all ihren Bestandteilen auch dort zur Anwendung zu bringen, wo sie nicht möglich erscheinen. Hier liegt der Schwerpunkt der Integrierten Mediation. Ihr Wissen vertieft die Kenntnisse über Mediation, was in den Standards zum Ausdruck gekommen ist. (Siehe die Standards der integrierten Mediation). Die integrierte Mediation geht in die Grenzbereiche der Mediation und weist ihre Schnittstellen aus. Sie passt sich – soweit möglich – dem Bedarf der Streitparteien an und erweitert somit das Dienstleistungsangebot. Völlig zu Recht wurde die integrierte Mediation deshalb auch schon als kundennahe Mediation bezeichnet.
Welches sind die Ausbildungsziele?
Um die Anwendungsmöglichkeiten der Mediation voll ausschöpfen zu können, sind gute Kenntnisse und Fertigkeiten eine zentrale Voraussetzung. Nur so lässt sich die Mediation auch in den nicht stereotypen Fällen der Praxis anwenden und in ein untypisches Setting integrieren. Deshalb setzt die Ausbildung zur integrierten Mediation eine vollständige Ausbildung zur Mediation voraus und geht über diese hinaus!
Wenn es Ihnen also darum geht, die Mediation zu erlernen, um etwas Gutes für sich zu tun oder um sie später proaktiv in Ihrem Beruf oder auch als Beruf einzusetzen, ist die Ausbildung zur Mediation, erweitert um die integrierte Mediation genau richtig, auch dann, wenn Sie schon ein Mediator sind.
Es gibt abgestufte Ausbildungziele. Das Ziel einer abgeschlossenen Ausbildung ist erreicht, wenn Sie in der Lage sind, Mediationen in den jeweiligen Varianten selbständig durchzuführen. Darüber hinaus ist es eine Zielvorgabe, dass Sie über ein ausreichendes Repertoire verfügen, wie Sie die erlernten Fähigkeiten in bestehende Verfahren einbringen und in ihrem beruflichen Alltag anwenden können.
Wie weit reicht die Ausbildung?
Das wichtigste Anliegen eines Ausbilders sollte es sein, den Auszubildenden das zuvermitteln, was wir als die “Magie der Mediation” bezeichnen. Es geht darum, die Wirkfaktoren die zu einer Konfliklösung oder Konfliktvermeidung führen zu indentifizieren und methodisch abrufen zu können. Um dazu in der Lage zu sein, müssen Sie wirklich begreifen und verstehen, was, warum und wie es den Betroffenen hilft, eine eigene Konfliktlösung herbeizuführen. Die Ausbildung zur Integrierten Mediation verfolgt diesen Anspruch. Sie umfasst deshalb vollumfänglich die Kenntnisse und Fertigkeiten der reinen Mediation. Sie findet einen weiteren Schwerpunkt in der Anwendung dieser Kenntnisse im streitigen Umfeld. Auf diese Weise wird der Wirkungsgrad der Mediation erweitert. Im beruflichen Alltag finden sich ausreichende Fälle, in denen Sie Ihre neu erworbenen Kenntnisse und Fertigkeiten anwenden können. Die Ausbildung lässt sich deshalb ohne weiteres an die beruflichen Bedürfnisse und die persönlichen Anforderungen anpassen. Ein Baukastensystem erlaubt die Kombination verschiedener Ausbildungsgänge. Ein Beispiel für ein umfassendes und gutes Ausbildungskonzept finden wir bei der IM
Die Herausforderung
Bei der Ausbildung kommt es nicht nur darauf an, Wissen zu vermitteln und die Fertigkeit es praktisch umzusetzen. Kommunikation ist immer individuell geprägt. Auch der Umgang mit Konflikten hat – selbst wenn es die Konflikte anderer sind – stets eine persönliche Betroffenheit zur Folge. In der Ausbildung kommt es deshalb ganz maßgeblich darauf an, Selbsterkenntnisse zu ermöglichen und auf den Transfer des Gelernten in eigene Anwendungsformen zu überführen. Das ist der Grund, warum Peergroup Trainings und Supervisionen begleitend zu der Ausbildung unerlässlich sind. Das ist auch der Grund, warum einige Kollegen gegenüber einem Fernstudium misstrauisch sind. Das Misstrauen ist jedoch nicht gerechtfertigt, wenn das Verhältnis von Theorie und Praxis stimmt. Im Gegenteil besteht bei einem Fernstudium die Möglichkeit, sich während der Präsenzen wirklich nur auf die praktischen Belange der Mediation zu konzentrieren und den Zeitaufwand für Vorträge gering zu halten. Reflexionen und Erfahrungen zum Fernstudium der IM bzw. ZFH finden Sie exemplarisch in den folgenden Rückmeldungen:
Beiträge zum Thema Ausbildung
- Regionalgruppe Nord: Peergroup-Treffen
- Am Anfang steht das… Wort?!
- Stiftung Warentest zur Mediationsausbildung
- Mediationsstile – Der stoische Mediator
- Cross-Border-Mediation – Update
- Über die Virtuosität des Mediators
- Unzulässige Werbung zur Ausbildung
- Präzises Zuhören
- Den besten Mediator finden
- EMTPJ Training
- Cross Border Mediator Training
- Welche Zahl sehen Sie?
- Interkulturelle Mediation bei der ZFH
- Jetzt streiten sogar die Immobilien
- ZFH Studium – Mediation
- Qualität der Mediation
- Wieder ein toller Kurs …
- Angehende Mediatorin gesucht
- Mediation, kann man sie lehren?
- Reflexionen zur Ausbildung
- Qualität zeichnet sich aus
- International Business Arbitration
- European Mediation Training
- Die “offiziellen” Zertifizierungsstandards für Mediatoren
- DGM Anerkennungsordnung
- Anerkennung der Anerkennung
- Zertifizierungsstandards – DFfM Sitzung
- Supervision am Sonntag
- Akademisierung der Mediation
- Feedback von Seminarteilnehmern
- ZFH SS 2010 (2. Sem/3. Präs)
- ZFH SS 2010 (2. Sem/2. Präs)
- ZFH SS 2010 (2. Sem/1. Präs)
- VHS Kurs 2010 (2. Sem/2. Präs.)
- Informationsveranstaltung zum Fernstudium Mediation
- ZFH Kurs ausgebucht!
- Integrierte Mediation für Rechtsanwälte…
- Übungsaufgaben
- How are you doing the mediation?
- ZFH SS 2009 – 2. Semester: 3. Präsenz
- Ausbildung von Mediatoren durch den IMeV
- Infoveranstaltung: Mediation & integrierte Mediation
- ZFH WS 2009 – 2. Semester: 1. Präsenz
- ZFH WS 2009 – 1. Semester: 1. Präsenz
- ZFH SS 2009 – 2. Semester: 1. Präsenz
- ZFH SS 2009 – 1. Semester: 2. Präsenz
- Kreisvolkshochschule bietet berufsbegleitende Fortbildung zum Mediator an
- Termine – VHS Kurs
- Mediation in Familienunternehmen
- ZFH WS 2009 – 1. Semester: 3. Präsenz
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