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… nur nützt der gute Reitlehrer, wenn man ihn denn gefunden hat, nichts, wenn das Pferd tot ist!
…. sich zu überlegen, wo man einen guten Reitlehrer finden kann.
Trotzdem ist in beiden Ziateten der Aspekt des “Entdeckens / Erkennens” drin; es heißt ja nicht “reite kein totes Pferd” oder “steig vom sterbenden Pferd ab”;
interessant finde ich übrigens die “westliche” Wertung (“Ratte”), die hier (vielleicht?) im Zusammenhang steht: “Die Ratten verlassen das sinkende Schiff”. Die wollen eben kein totes Pferd reiten / totgeweihtes Schiff bevölkern. Heißt, ein “totes Pferd” erkennt man daran, dass die Ratten das Weite suchen, also andere diese Strategie “verlassen”. Vielleicht passt auch Nr. 36 der bekannten 36 Strategeme aus China: “Weglaufen ist die Beste Methode”, das gerne interpretiert wird: Rechtzeitiges Weglaufen ist bei sich abzeichnender Aussichtslosigkeit das Beste. (Wikipedia).
Ist die Frage: kann der Mediator Parteien dabei helfen, zu erkennen, dass das Pferd tot ist / stirbt? Vielleicht erschießt man als Anwalt auch manchmal ein Pferd?
Woanders wurde die Weisheit – wie ich vermute authentischer, zumindest logischer – wie folgt zitiert:
“Steig vom Pferd, wenn du merkst, dass es unter dir stirbt.”
Ein totes Pferd kann man ja gar nicht reiten. Das müsste auch ein Indianer bemerken können. Deshalb denke ich dieses Zitat hört sich eher als eine Weisheit an. Das gibt dann auch nochmal einen anderen Sinn. Es könnte gemeint sein, das Pferd zu schonen, weil man es ja vielleicht nochmal gebrauchen will oder vielleicht einfach nur aus Respekt vor dem Lebewesen
(Fundstelle http://www.welt-der-indianer.de/verschiedenes/weisheiten.html).
Dieses Missverständnis hatte ich mit der Metapher auch zunächst; es wird klarer, wenn man sich vor Augen führt, dass das Pferd nicht aus Selbstzweck geritten wird, sondern die Aufgabe hat, \den Indianer\ von A nach B zu bringen, mithin an das Ziel. Wenn das Pferd tot ist, ist es dazu nicht in der Lage.
Sieht man sich den Satz genau an, so entdeckt man auch, dass der Bedeutungsschwerpunkt wohl nicht auf dem Umstand liegt, dass das Pferd tot ist, sondern auf dem Aspekt der Erkenntnis.
Letztlich steckt hier dann doch der Rat drin, dass wenn man positiv weiß, \entdeckt hat\, dass man nicht weiterkommt, dass man dann konsequent sein soll. Weniger, wie man entdeckt, dass das Pferd tot ist, dazu wird nichts gesagt; vielleicht ist es manchmal tatsächlich so banal, wie auf einem toten Pferd zu sitzen. Wenn man also sieht, etwas funktioniert nicht, muss man was anderes versuchen. Simple but not easy.
Am Besten ist vielleicht, man hat ein Pferd B.
Genau das ist die Frage. Vielleicht sollte ich klarstellen, dass das tote Pferd nicht der Gegenstand ist mit dem wir es zu tun haben. Es geht um die Strategie, wie wir mit dem Gegenstand umzugehen haben. Nicht dass Manche glauben, die Mediation sei das tote Pferd. Wenn wir unsere Strategie nicht ändern, kann sie aber ein tots Pferd werden und die Frage ist, ob wir das rechtzeitig bemerken.
Diese nette Geschichte (die leider zu wahr ist, um schön zu sein…) bringt mich auf die Frage, ob die Mediation – also jedenfalls DIE ursprüngliche Mediation, die mal danach trachtete, Menschen zu helfen, selbstbestimmt und auf Augenhöhe ihre Konflikte gut zu lösen, und nicht der parajustizielle Kunstberuf, über den man heutzutage allerorten lesen und stolpern muss – vielleicht auch ein totes Pferd ist? Und welche der genannten “Strategien” wohl die sie reitenden Mediationsverbände bevorzugen???
- Wer Ohren hat, der höre!