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Ein echter Konsens ist der tatsächliche Gewinn für die Medianten im Verfahren.
Ich bin ebenfalls der Auffassung, dass eine in das gerichtliche Verfahren eingebildete Mediation nicht wirklich funktionieren wird.
Alleine die Tatsache, dass ein Gericht nicht die notwendige Zeit aufbringen kann, die Einstellungen der Parteien hinsichtlich der Konsensfähigkeit zu beeinflussen, vermag eine wesentliche Voraussetzung für eine nachhaltige Lösung im gerichtlichen Verfahren nicht vorzuhalten.
Abgesehen davon befinden wir uns im gerichtlichen Verfahren immer im Nullsummen Spiel. Nach meinem Leben ist daher allenfalls ein Kompromiss möglich, welcher aber keinen Mediationsgesetz erforderlich macht.
Ein Mediationsgesetz formalisiert im Ergebnis das Verfahren meiner Auffassung nach zu sehr. Die gesetzliche Regelung ist meines Erachtens in vielen Teilen kontraproduktiv. Die Frage ist, kann ein Gesetz möglich definieren, was Mediation ist? Wer entscheidet dies überhaupt?
Deine Ausführungen decken sich vollständig mit meinen Erfahrungen.
Der Satz: “Kompromisse tragen deshalb ein Stück Resignation in sich. Ein Konsens hat sich mit allen alternativen Möglichkeiten auseinandergesetzt und alles ausgelotet, was möglich ist oder nicht. Der Konsens unterstellt die Einsicht, dass es kein besseres Ergebnis geben kann.” kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. Dieser Unterschied macht ja gerade die Nachhaltigkeit aus. Und weiter noch. Je mehr die Medianden in der Verhandlungsphase auf einander zugehen, desto weniger kommt es ihnen auf das “genaue” Ergebnis an, sondern mehr auf die Art, wie es zustande kommt.
Da diskutieren sie nicht über den Wert eines Autos, das einer schon vor der Ehe hatte und oft auch nicht darüber, wie hoch das gemeinsam gebaute Haus jetzt anzusetzen ist. Da geht man einfach davon aus … bis beide ein gutes Gefühl dabei haben. Das betrifft dann auch alles, was mit den Kindern zusammen hängt.
Und beide wissen: Der Gewinn liegt in der Zukunft.
Kein Kompromiss kann das leisten.
Nur eines darf man nicht vergessen. Der Weg zur Konsensfähigkeit und damit zum Konsens ist meist wesentlich länger, als der zum Kompromiss. Deshalb stehe ich der Güterichter”mediation” mit größter Skepsis gegenüber.